Früh am Sonntag,
selbst der Gockel liegt noch matt
im Stall,
hörte man hell die Glocken klingen,
der Pfarrer will’s mit Über-Schall.
Bleibt auch der Kirchgang meistens aus,
reformiert und ohne Ministranten,
knien innig in den Bänken
allzu oft nur Betbuch-Tanten.
Wer dennoch stramm zur Kirche geht
und zu seinem Glauben steht,
betet meist für alle Welt,
auf der zu leben leicht nicht fällt.
Warum jedoch der Bibam läutet,
sonntags morgens, früh um Acht,
das weiß halt nur der Paulus-Pfarrer,
der Nachbarn um den Schlaf gebracht.
Jüngst nun hat er überrascht,
als statt bisher zehn Minuten
seine Glocken fünf nur tuten.
Besser nun und immerhin
als dass uns weckt ein Muezzin.
Denn wer zur Kirche sonntags will,
käm‘ von allein und dies ganz still
und bräuchte gar kein Glockenspiel.
Da es jedoch auch kulturell
irgendwie dazu gehört,
wird’s akzeptiert,
auch wenn der Bimbam manchen stört…
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