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Wochenbrevier

24. Juli 2011 By wob. Kommentar verfassen


Am Montag fängt die Woche an,
drum: montags ruht der brave Mann.
Das taten unsre Ahnen schon,
wir halten streng auf Tradition.

Am Dienstag hält man mit sich Rat,
man sammelt Mut und Kraft zur Tat.
Bevor man anfängt – eins zwei drei
bumms – ist der Dienstag schon vorbei.

Am Mittwoch fasst man den Entschluss:
Bestimmt, es soll, es wird, es muss,
mag kommen, was da kommen mag,
ab morgen früh, am Donnerstag.

Am Donnerstag fasst man den Plan,
von heute ab, wird was getan.
Gedacht – getan, getan – gedacht,
inzwischen ist es wieder Nacht.

Am Freitag geht von alters her,
was man auch anfängt, stets verquer.
Drum ruh dich aus und sei belehrt:
Wer gar nichts tut, macht nichts verkehrt.

Am Samstag ist das Wochenend,
da wird ganz gründlich ausgepennt.
Heut anzufangen, lohnt sich nicht,
die Ruhe ist des Bürgers Pflicht.

Am Sonntag möcht’ man so viel tun,
am Sonntag muss man leider ruhn.
Zur Arbeit ist es nie zu spät.
Oh, Kinder, wie die Zeit vergeht.

Fred Endrikat
* 7. Juni 1890 in Nakel an der Netze;
† 12. August 1942 in München

Kategorie: Freizeit, Gesellschaft & Mensch, Großes von anderen, Satire, Soziales

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